Cannabispflanzen in einem Blumenbeet mit Stiefmütterchen

Stiefmütterchen raus, Cannabis rein

Cannabispflanzen speichern mehr CO2 als Bäume. Sie sind ein vielseitiger RohSTOFFlieferant. Und anders als Stiefmütterchen oder Geranien fördern sie die Biodiversität. Ist es an der Zeit, die Stadtbegrünung neu zu denken?

Nutzlose Zierbepflanzung in der Kölner City

Die Zierbeete in der Kölner City sind hübsch anzusehen, haben aber sonst nicht viel zu bieten. Stiefmütterchen, Petunien und  Forsythien produzieren kaum Nektar oder Pollen für Fluginsekten.

Bienen, Schmetterlinge und Co. sind aber gerade in der gut versiegelten Innenstadt auf nahrhafte Oasen angewiesen. Denn ihre Habitate (z.B. Bienenhotels) existieren oft isoliert voneinander. Der Flug durch die Betonwüste, rund um den Kölner Dom, ist kräftezehrend. Eine korrekte Bepflanzung kann hier Abhilfe schaffen und Lebensräume neu vernetzen.

Die Rabatten auf dem Roncalliplatz werden traditionell mit Stiefmütterchen bepflanzt. Cannabis ist in der Lage, diese – bislang ausschließlich zu Dekorationszwecken genutzten Blumenbeete – in ökologisch attraktive Trittsteine zu verwandeln.

Wie das geht, zeigt Ratsherr Michael Hock in diesem Video: https://youtube.com/shorts/M4R6HDuLVIA

Cannabis für Mensch und Tier

Ein ökologisch kultiviertes Hanffeld fördert die Biodiversität. Es ist Lebensraum für viele Tiere. Vögel fressen die Samen; der Pollen männlicher Cannabisblüten ist eine wertvolle Proteinquelle für Bienen. Aus dem Harz der weiblichen Blüten kann köstlicher Cannabis-Honig gewonnen werden, wie ein französischer Imker beweist. Studien legen nahe, dass das Bienensterben mithilfe des Hanfanbau eingedämmt werden könnte.

Cannabis zählt zu den ältesten Nutzpflanzen der Menschheit. Seit je her dienen seine Fasern und Samen als Werkstoff und Nahrungsmittel. Die Blüten der weiblichen Cannabispflanze (Gras, Ott, Ganja, Marihuana, Bubatz) werden seit Jahrtausenden zu medizinischen und rekreativen Zwecken kultiviert und zelebriert.

Hoch hinaus mit Cannabis

Das Stadtbegrünungspotential ist weitaus größer, als es Schmuckbeete auf öffentlichen Plätzen oder in Parkanlagen vermuten lassen. Mit dem Förderprogramm Grün Hoch 3, will die Stadt Köln die Begrünung von Dächern und Fassaden vorantreiben.

Blick vom Schokoladenmuseum auf die Hohenzollernbrücke. Die Dächer sind mit Cannabis bepflanzt.
Visualisierung zum Antrag "Cannabis Cologne". (Quelle: Wikipedia CC)

Doch eine Millionenstadt wie Köln kann nicht allein durch Biodiversität und Klimaresillienz überleben, da sind sich Sozial- und Wirtschaftsexperten einig.

Mit dem Ratsantrag „Cannabis Cologne“ will Die FRAKTION aufzeigen, wie Umweltschutz und Wirtschaftsförderung – wenn sie gemeinsam gedacht werden – neue, ertragreiche Blüten hervorbringen können. Der Austausch nutzloser Bepflanzungen durch wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Gewächse, kann neue Einnahmequellen für die Stadtkasse generieren.

Warum wir dabei auf Cannabis setzen, lesen Sie in diesem Beitrag.   Happy 420!  🥦🥦

Genügsam im Anbau, vielseitig in der Verwendung

Die Cannabis- bzw. Hanfpflanze ist genügsam. Sie gedeiht praktisch „wie Unkraut“, in nahezu allen Vegetationszonen, rund um den Globus. Sie kommt mit wenig Wasser zurecht und mag es, ohne den Einsatz von synthetischen Düngemitteln angebaut zu werden. Die Wurzeln lockern den Boden und filtern Schadstoffe heraus. Abgeerntete Stängel und Blätter eignen sich prima für Mulch und Kompost. Damit helfen sie, Kohlenstoff zurück in den Boden zu bringen. Aus Hanffasern werden umweltfreundliche Produkte wie Papier, Textilien, Bau- und Dämmmaterialien oder Biokraftstoffe hergestellt. Diese Vielseitigkeit erhöht nochmals den klimapositiven Beitrag von Hanf.

Schneller CO2-Speicher

Wussten Sie, dass Hanf doppelt so effektiv atmosphärischen Kohlenstoff bindet wie Bäume? Ein Hektar Industriehanf kann etwa 8 bis 15 Tonnen CO2 aus der Luft aufnehmen. Davon bindet er bis zu 3 Tonnen als dauerhaft als Kohlenstoff in den Pflanzenfasern. In unseren Breiten kann Cannabis bis zu zwei Mal pro Jahr im Freiland angebaut und geerntet werden. Dies vervielfacht den CO2-Umsatz entsprechend.

Ein Deutscher Wald nimmt pro Jahr und Hektar in etwa 6 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre auf. Davon verbleiben rund 1,6 Tonnen als Kohlenstoff im Holz gebunden. Der Rest geht als Sauerstoff zurück in die Atmosphäre. 

In Köln sterben jährlich hunderte Bäume, weil sie krank sind oder weil sie Zukunftsbauten wie Schulen, Luxusapartments oder Büroflächen weichen müssen. Das ist schlecht für‘s Stadtklima. Darum sieht die Kölner Baumschutzsatzung sogenannte Ausgleichs- bzw. Ersatzpflanzungen vor. Für jeden gefällten großen, alten Baum muss ein kleiner, junger Baum nachgepflanzt werden. Wenn in der Innenstadt nicht genug Platz ist, dann muss am Stadtrand nachgeforstet werden. 

Mit Cannabis können Ausgleichspflanzungen sehr viel einfacher an Ort und Stelle vollzogen werden.

Ein abgestorbener Baum steht am Waldrand.
Tote Bäume geben CO2 ab, wenn sie verrotten.

Legalisierung als Klimafaktor

"Neulich habe ich vom Dom aus über die Dächer der Innenstadt geblickt, und weder Solarzellen noch begrünte Dächer entdeckt." Frank Schätzing, Bestseller-Autor aus Köln

Die schöne Klimarechnung geht jedoch nur auf, solange Cannabis unter freiem Himmel angebaut wird. Der Indoor-Anbau ist aufgrund des vergleichsweise hohen Strom- und Materialverbrauchs für Licht, Lüftung und Substrate, derzeit noch als überwiegend klimaschädlich einzustufen. Perspektivisch möchte Die FRAKTION weitere Anbauflächen im Stadtgebiet aktivieren. Andere Kommunen zeigen wie es geht, dort werden Kleingärten, Baumkronen oder Bereiche des Flussufers zum Anbau genutzt. Vor dem Hintergrund der Klimakrise müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Der großflächige Einsatz von Cannabis braucht gesetzlich geregelte Grundlagen.

THC-Modellstadt Köln

Die Pläne der Bundesregierung zur Legalisierung von Cannabis spielen unserer Stadtbegrünungs-Offensive in die Karten.

Anfang 2022 fragen wir bei der Oberbürgermeisterin nach, wie sich die Stadt Köln darauf vorbereitet. Die teilt mit, solange es nichts Handfestes auf Bundesgesetzebene gebe, beschränke sich das Engagement auf ‚beobachten und abwarten‘. Köln habe schlimmere Probleme als Cannabis, z.B. eine Verwaltungsreform, diese würden priorisiert behandelt.

Dennoch findet sich Mai 2023 ein breites Ratsbündnis, das, auch ohne nennenswerte Fortschritte in Berlin, die örtliche Verwaltung beauftragen will, eine Bewerbung der Stadt Köln als Modellstadt für die Legalisierung von Cannabis vorzubereiten. Da zeichnet Die FRAKTION gerne mit.

Cannabispflanze im Outdoor-Eigenanbau
Cannabispflanze im Outdoor-Eigenanbau

Alle Kölnerinnen und Kölner sollen von dem enormen Potential dieser Zukunftspflanze profitieren!