03 Nov. 22 Umfrage enthüllt: Wo das Bier ist, da ist die Meute!
Hotspot-Befragung im Kwartier Latäng zum Büdchenbierverbot
Also beauftragen wir uns flugs selbst damit, herauszufinden, wie gut ein „Büdchenbierverbot“ bei den überwiegend jungen Gästen der Zülpicher Straße ankommen würde. Wir packen die Lastenräder und platzieren unseren Runden Tisch für Trinkerfragen an einem schönen Frühlingsabend auf dem Zülpicher Platz.
Wir wollen wissen: Lässt sich die besäufniserregende Lage rund um den Zülpicher Platz (Lärm, Müll, Kotze, Aggression) mithilfe eines Alkoholverbots unter Kontrolle bringen? Oder wird die Karawane weiterziehen? Und was macht überhaupt einen vitalen Hotspot aus? Modernste Umfragetools und eine zielgruppengerechte Ansprache helfen uns, in Nullkommanix valide Ergebnisse zusammenzutragen.
1. Wo wollen Sie sich in Zukunft daneben benehmen?
Schon die erste Frage offenbart, dass mit signifikanten Verlagerungseffekten zu rechnen ist, falls die Feuchtgebiete im Kwartier Latäng trockengelegt werden. Mehr als die Hälfte der Befragten (58%) würde auf andere Stadtteile ausweichen. Immerhin 15% würden Köln komplett den Rücken kehren. Stabile 13% schwören der Zülpicher Straße ewige Treue. Große Sorgen bereiten uns jene 9%, die im Falle eines Büdchenbierverbots ihren Frust ganz alleine zuhause ertränken würden. (Leute, kommt lieber in unsere Bürger:innensprechstunde, ihr müsst doch nicht alleine trinken!)
2. Was macht einen guten Hotspot aus?
Unsere zweite Frage zielt auf die Kernkompetenzen eines vitalen Hotspots ab: Was brauchen die Menschen für einen geselligen Abend, unter freiem Himmel? Zwei Drittel der Befragten (66%) sagen, Bier bzw. Alkohol sei der wichtigste Faktor. 16% geben sich mit Geld, Drogen oder guter Gesellschaft zufrieden. Zu unserem großen Erstaunen verlangen ganze 5% der Trinkerinnen kostenfreie, öffentliche Toiletten für alle Geschlechter! Der Anteil jener, die sich weniger Polizei, Strafen bzw. Grenzen wünschten, fällt hingegen mit 4% überraschend gering aus. Vielleicht, weil bereits 2% dem guten Rat unserer Oberbürgermeisterin folgen und stets eine Armlänge Abstand mit sich führen.
3. Worauf könnten Sie verzichten?
Auch die dritte Frage befasst sich mit den qualitativen Merkmalen eines guten Hotspots. Diesmal wollen wir wissen, worauf Trinker:innen an einem guten Hotspot verzichten könnten. 21% sind bereit, auf alles außer Kölsch zu verzichten; 18% verzichten gerne auf Promis, Polizei und Politik. 17% könnten auf andere Leute bzw. Gruppen verzichten, gefolgt von 16%, die sich für weniger Vorschriften aussprechen. 13% wollen weder schlechtes Bier noch harte Drogen. 6% der Befragten haben den Deckel voll, sie können oder wollen auf gar nichts verzichten.
Fazit
Die Stimmen der befragten Trinkerinnen und Trinker grölen laut und deutlich: BIER! Wenn sie es nicht im Kwartier Latäng bekommen, werden sie es sich woanders holen. Die Corner-Kultur ist nicht aufzuhalten. Büdchenbier bleibt. Diese Botschaft nehmen wir mit in unsere politische Arbeit.



